Umgang mit Feuer (Kinder) – Tipps

Wir Erwachsenen gehen (hoffentlich) hinreichend sorgsam mit Feuer um. Wir haben den Umgang mit Feuer in unserer Kindheit und Jugend gelernt. Aus eigenem Erleben wissen wir, wie faszinierend das Feuer für Kinder und junge Leute ist. Da macht auch das Schwedenfeuer keine Ausnahme. Weil Schwedenfeuer meist bei geselliger Gelegenheit genutzt werden, bei denen nicht selten auch Kinder anwesend sind, haben wir einige Tipps zum Umgang mit dem Feuer zusammengetragen. Wir gehen davon aus, dass diese Gelegenheiten gut geeignet sind, Kindern eigene Erfahrungen zu ermöglichen. Etwa indem man sie eine Kerze anzünden lässt, als „Schwedenfeuer“ im Kleinformat: 

Feuer anzünden - Umgang mit Feuer lernen

Wenn Kinder ein Feuer anzünden, dann sollten die Kinder nie allein sein. Das gilt auch dann, wenn sie es vorher mit Erwachsenen geübt haben. Die einfachste Art ein Feuer anzuzünden, stellt die Streichholzmethode dar. Hierbei wird das Hölzchen - immer vom Körper weg - angezündet. Fängt das Streichholz Feuer, so muss es zunächst senkrecht gehalten werden. Dadurch ist die Flamme kleiner und verbrennt den Streichholz nicht all zu schnell. Erst beim Anzünden der Wachskerze (am besten auf einer feuerfesten Unterlage) wird das Streichholz gekippt und an den Docht gehalten. Brennt das Streichholz zu schnell ab, dann lieber schnell die Flamme ausblasen und von vorn beginnen. Je nach Alter des Kindes, können die in vielen Supermärkten oder Baumarkten erhältlichen längeren Streichhölzer benutzt werden. Hier hat das Kind länger Zeit, den Docht anzuzünden. Hektik kommt auf diese Weise nicht auf.

Feuer löschen

Zum richtigen Umgang mit Feuer gehört auch das Löschen von Feuer. Beim Löschen einer Kerze oder eines Streichholzes sollte immer die Hand wie eine Muschel die Flamme umgeben. Dazu den Abstand so groß herstellen, dass man sich nicht verbrennen kann. Bei Kerzen verhindert diese Methode, dass ein unkontrollierter Luftzug heißes Wachs umherspritzt. Verbrauchte Streichhölzer schreckt man einfach mit einem Wasserschälchen ab. So gibt man der Glut am verkohlten Holz keine Chance. Ein Lagerfeuer löscht man am besten mit Wasser. Hierzu wird das Wasser langsam vom Rand der Feuerstelle in die Mitte gegossen. Je nach Größe des Lagerfeuers muss ein Wasserschlauch herhalten. Kinder können bei größeren Lagerfeuern wunderbar lernen, dass scheinbar gelöschtes Feuer immer noch glimmen und wieder entfachen kann. Hier braucht es manches mal viel mehr Wasser als vielleicht ursprünglich gedacht. Ein Eimer Sand an der Feuerstelle sollte auch bereit stehen und als mögliches Löschmittel erklärt werden. Kindern sollte unbedingt frühzeitig vermittelt werden, dass Teelichter niemals mit Wasser gelöscht werden dürfen, weil es in diesem Fall zu Verpuffungen und Stichflammen kommen kann. Gern auch mal experimentell: Die Kerze mit einem großem Glas löschen (Flamme ersticken).

 
Hier sieht man: von einem Schwedenfeuer können Holzstücke und Aschereste abfallen!

Feuer vermitteln und begreifen

Wenn ein Kind die mit einem Feuer in Verbindung stehende Gefahr verstehen lernen soll, dann muss es Feuer auch erleben können. Es muss die Hitze des Feuers spüren dürfen und dabei erahnen können, das damit Gefahren verbunden sind. Dazu kann man dem Kind ermöglichen, seine Hand vorsichtig in einem angemessenen Sicherheitsabstand über eine Kerze halten lassen. Die Hand des Kindes sollte dabei von einem Erwachsenen geführt werden. So kann die Wärme besser kontrolliert werden. Vom Erwachsenen muss dabei bedacht werden, dass eine Kerze direkt über der Flamme eine Temperatur von bis zu 750 Grad erreicht.

Ist man selbst einmal unachtsam gewesen, so sollte man die Chance nutzen und den Kindern die Brandblase zeigen.

Feuerutensilien kindersicher aufbewahren: Trotz allem sollten wir Eltern immer darauf achten, dass alle Feuer-Utensilien (Streichhölzer, Anzünder, Feuerzeuge usw.) außerhalb der Reichweite von Kindern aufbewahrt werden. Auch daraus schließen Kinder, dass Feuer gefährlich ist und eine besondere Behandlung verdient.

Feuer nicht unbeaufsichtigt lassen

Ein Feuer darf nie unbeaufsichtigt bleiben. Das gilt erst Recht, wenn Kinder in der Nähe sind. Die natürliche Neugierde von Kindern ist einfach zu groß, um das Risiko von unbeaufsichtigten Kokereien eingehen zu müssen. Das gilt auch für das unachtsame Spielen in der Nähe von Feuer. Zu schnell ist ein Ball oder anderes Spielzeug Richtung Feuer geworfen. Hierdurch können Gefahrensituationen entstehen.

Rollenspiel Feuerwehr

Mit einem aufregenden Spiel kann man die Kinder besonders aufmerksam machen. Die Feuerwehr ist das Thema im Mittelpunkt. Die lernen als „Feuerwehrchef“ spielerisch die Verantwortung kennen. Die Kinder übernehmen die „Rettung“ der Familie und verinnerlichen dabei die „Brandschutzregeln“ (Kerzen aus, wenn keiner im Zimmer ist, nichts entflammbares auf Öfen/Heizkörpern ablegen, keine heiße Asche in den Müll werfen, elektrische Geräte abschalten wenn keiner im Raum ist, usw.). Der Ruf der Feuerwehr und wie man sie alarmiert gehört natürlich mit zum Spiel.

Tipp: Grillhandschuhe* bieten für einen schnellen Griff einen besonders geeigneten Schutz im Umgang mit Feuer. Sie gibt es in jedem Baumarkt oder wie hier verlinkt in einem Grillshop.