Das flammo-Feuer

Als ich das Internet zum Thema Schwedenfeuer durchforstet habe, bin ich über das „flammo Feuer“ gestolpert. Ich habe einige Internet Shops entdeckt, in denen das flammofeuer für unter 10 Euro zu kaufen* ist. Sind Flammofeuer eine interessante Alternative zum Schwedenfeuer? Das wollte ich herausfinden und habe mir das flammo Feuer und fertige Schwedenfeuer zum Test besorgt.

Das flammo-Feuer wird mit einem praktischen Metall-Korb geliefert.

Was ein flammo Feuer auszeichnet

Das flammo Feuer ist durchaus mit einem Schwedenfeuer vergleichbar. Bezüglich der von mir gekauften Größe, der angegebenen Brenndauer, des Anwendungszweckes und Preises unterscheiden sie sich auf den ersten Blick nicht wesentlich. Während das Schwedenfeuer „handgemacht“ in den Baumstamm geschnitten wird, stellt das flammo-Feuer ein „industriell“ hergestelltes Produkt dar.

Vergleich der „Schnittmuster“

Laut Hersteller (flammo) wird das flammo Feuer aus nachwachsenden, ökologisch unbedenklichen Materialien hergestellt. Es soll sich dabei um „flüssiges Holz“ handeln. Dahinter dürften sich zerkleinerte und zusammengeführte Holzreste handeln. Aus ökologischer Sicht ein guter Gedanke. So werden, ansonsten unbrauchbare, Holzreste einer weiteren Verwendung zugeführt.

Nebeneinander gestellt. Wo werden wohl die Vor- und Nachteile liegen?

flammo Feuer anzünden

Das flammo Feuer wurde mir mit einem Anzündwürfel geliefert. Dieser wird einfach etwas in die Lücken gedrückt und angezündet. Insoweit unterscheidet sich ein flammo Feuer nicht von einem Schwedenfeuer. Auch hier ist ein schnöder Anzündwürfel in aller Regel das geeignete Mittel.

Der Anzündwürfel wird in das „Schnittmuster“ gedrückt und angezündet

In beiden Fällen stellt das Anzünden kein Problem dar

Das Abbrennverhalten der flammo Feuer

Bis hierhin hat mir das Flammofeuer reichlich Spaß gemacht. Ich habe mich dazu entschieden, ein Set mit passender Aufnahme / Metallkorb zu kaufen. Das sieht gut aus und darin findet das flammo Feuer einen sicheren Stand. Außerdem gelangt auf diese Weise Luft von unten an das flammo Feuer. Dies scheint für den Kaminzugeffekt wichtig.

Das flammo Feuer hat eine handliche Größe, macht einen stabilen Eindruck, nichts splittert oder blättert und das Anzünden gelingt ohne Probleme. Perfekt.

Nun ist es also Zeit für den wichtigsten Test: Das Abbrennverhalten. Wie schlägt sich das flammo Feuer – auch im Vergleich zum Schwedenfeuer?

Hierauf kommt es an: ein gutes Abbrennverhalten der flammo Feuer

In meinem ersten Test habe ich im wahrsten Sinne des Wortes der Ruhe vor dem Sturm getraut. Und es kam ein Sturm. Zuerst habe ich  mich geärgert, weil ich dachte, dass dadurch die Feuer nicht das gewünschte Bild abgeben können und das Holz schneller wegglimmmt. Der Wind hat mir aber eine wichtige Erkenntnis gebracht: Das flammo Feuer ist eine hervorragende Wahl, wenn das Wetter ungemütlich ist. Mit der eigentlich erhofften Windstille wäre mein Test um dieser Erfahrung ärmer…

Aber der Reihe nach. Kurz nach dem Anzünden ging es los mit dem Wind. Das flammo Feuer und das Schwedenfeuer trotzten dem Wetter und gaben dennoch eine schöne Flamme und auch spürbare Wärme ab. Für meinen ersten Test hatte ich mir ein Abbrennen bei Tageslicht vorgestellt. Ich wollte sehen, was passiert. Trotzt Helligkeit war offensichtlich, dass das flammo Feuer mit dem Schwedenfeuer mithalten kann. Mehr noch, auf mich wirkte die Flamme des flammo Feuer ein bißchen voller, bzw. satter.
Was mich aber wirklich überraschte: Das flammo Feuer zeigte sich bezüglich der Abbrenndauer von Wind und Wetter geradezu unbeeindruckt. Genial, damit hatte ich nicht gerechnet! Während das Schwedenfeuer wie befürchtet durch den Wind in „Windeseile“ abgebrannt war, brannte das flammo Feuer in der vom Shop angegebenen Zeit ab. Hier zeigte sich der Vorteil der Konstruktion. Während der Wind beim Schwedenfeuer von allen Seiten kräftig auf die Glut pusten konnte, ist das flammo Feuer geschlossen und es gibt keine Angriffsfläche.
Die Flamme des flammo Feuer ist schön anzusehen. Der Wind drückt die Flamme zur Seite

Nach einer halben Stunde hat der Wind das Schwedenfeuer stark angegriffen. Das flammo Feuer ist unbeeindruckt.

flammo Feuer – erste Wahl bei Wind

In meinem ersten Test hat das flammo Feuer länger durchgehalten. Ich komme auf eine Brenndauer von deutlich über einer Stunde. Was ich sehr schön finde: Das flammo Feuer brennt vollkommen rückstandsfrei weg. Es bleibt ein leerer Metallkorb über. Anders als das Schwedenfeuer, fallen auch keine Rinde- oder Aschestücke ab. Die Umgebung bleibt sauber. Das flammo Feuer hat mich im ersten Test von Anfang bis Ende überzeugt!

Während das Schwedenfeuer schon aufgegeben hat, brennt das flammo Feuer weiter…

Ein leerer Metallkorb beim flammo Feuer. Holz- und Aschereste beim Schwedenfeuer

Test Ergebnis – die Vorteile und Nachteile

Das flammo Feuer gefällt mir sehr gut. Es hat sich gerade bei etwas rauherem Wetter ganz hervorragend geschlagen.  Anders als bei einem Schwedenfeuer, kann man sich hier auf die angegebene Brenndauer offensichtlich verlassen. Das ist bei einem Schwedenfeuer nicht immer der Fall. Zu groß ist die Angriffsfläche, die es dem Wind bietet. Auch mit der Schwankungsbreite an Qualität hat man bei einem flammo Feuer keine Sorgen.

Weitere Vorteile des flammo Feuer liegen in der handlichen Größe, der Tatsache dass es vollkommen rückstandslos abbrennt und dass es keinerlei abfallende Aschereste pp. gibt. Eine rundum saubere Sache.

Wer Wert auf die Ursprünglichkeit und auf den natürlichen Charakter der Schwedenfeuer legt (eben gerade mit Asche, mit etwas mehr knisterndem Holz, pp.) für den ist das Schwedenfeuer sicherlich die bessere Wahl. Alle anderen dürften mit dem flammo Feuer glücklich werden.

Eine satte volle Flamme! Sehr schön anzuschauen…