Schwedenfeuer – Der Test

Gibt es einen Unterschied zwischen selbst gemachten Schwedenfeuern und solchen, die man kaufen kann? Welche Vorteile hat ein kleines Schwedenfeuer, welche ein großes? Wie schlagen sich die Schwedenfeuer gegen das flammo Feuer? Viele Fragen und viele Antworten. Hier in meinem Schwedenfeuer Test.

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Da stehen sie aneinandergereiht: Schwedenfeuer und flammo Feuer

1 flammo Feuer und 3 Schwedenfeuer im Test

Ich habe ja bereits gezeigt, wie Du ein Schwedenfeuer selbst machen kannst. Da hat mich natürlich der Vergleich interessiert: Ist es die bessere oder schlechtere Wahl, sein Schwedenfeuer stattdessen zu kaufen? Bei der Gelegenheit bin ich auch über das flammo Feuer gestolpert, welches ich gleich zu meinem Test hinzu gebeten habe. Ich bin gespannt…

flammo Feuer, gekauftes Schwedenfeuer, selbst gemachtes Schwedenfeuer klein und groß (von links nach rechts)

Schwedenfeuer aufstellen

Das flammo Feuer kann man im Set* mit passendem Metallkorb kaufen. Mit dem Korb erhält das flammo Feuer von unten genug Luft. Das klingt sehr einleuchtend. Das flammo Feuer ist ansonsten geschlossen, nur auf diese Weise kann es zum Kaminzugeffekt kommen. Vom flammo Feuer bin ich begeistert, deshalb habe ich ihm einen  eigenen Menüpunkt gewidmet. Dort gehe ich näher darauf ein, worum es sich beim flammo Feuer eigentlich handelt.

Im Set zu kaufen: flammo Feuer mit Metallkorb; auch für das fertige Schwedenfeuer kann man eine Aufnahme kaufen!

Für das flammo Feuer habe ich ergoogelt, ob es ein fertiges Schwedenfeuer* in vergleichbarer Größe zu kaufen gibt. Ich wurde schnell fündig. Es wird auch für das Schwedenfeuer eine passende Aufnahme angeboten. Diese habe ich ebenfalls besorgt. So kann ich mir die verschiedenen Aufstellvarianten genauer anschauen.

Weniger elegant, geht aber auch: Schwedenfeuer einfach auf den Boden gestellt; mit Steinen gestützt.
Für meine beiden selbst gemachten Schwedenfeuer hatte ich keine Aufnahme da. Diese habe ich dann einfach auf den Boden gestellt. Das geht auch problemlos. Der Boden der Schwedenfeuer ist nicht eingeschnitten. Er brennt in aller Regel nicht ab, sondern bleibt am Ende über. Der darunterliegende Boden wird also nicht allzu sehr in Mitleidenschaft gezogen. Da man ohnehin nur auf einem feuerfesten Untergrund hantieren sollte, ist dies ein gangbarer Weg. Das größte Schwedenfeuer in meinem Test habe ich mit ein paar Feldsteinen gestützt.

Schwedenfeuer anzünden

In verschiedenen Foren im Internet liest man immer wieder über Schwierigkeiten beim Anzünden von Schwedenfeuern. Dabei ist es eigentlich sehr einfach. Es reicht zum Anzünden der Schwedenfeuer ein Würfel Grillanzünder aus, der in das Schnittmuster gedrückt wird. Auf die gleiche Weise gelingt auch das Anzünden des Sachsenfeuer. Was man versuchen sollte: den Grillanzünder-Würfel ein wenig in die Schlitze hineinzudrücken. Er muss nicht in den Zwischenräumen verschwinden, ein wenig hineinragen sollte er aber:

Schwedenfeuer Test
Bei Wind sucht man sich zum Anzünden eine windstille Ecke…

Ich hatte bei meinem Test erschwerte Bedingungen: es wehte ein anständiger Wind! Der Wind blies den Anzünd-Würfel immer wieder aus. So konnte es nichts werden. Also habe ich mir eine windstille Ecke gesucht. Dort gelang das Anzünden der Schwedenfeuer und des flammo Feuers absolut mühelos.

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Schwedenfeuer und flammo Feuer brennen. Bereit zum Test.

Wenn die Schwedenfeuer erst einmal brennen, dann kann es winden und stürmen. Das Feuer geht nicht mehr aus, nun nimmt es seinen Lauf…

Beim flammo Feuer muss der Würfel geteilt werden, damit er in die Schlitze passt. Anders beim Schwedenfeuer.

Bei den größeren Schwedenfeuer passt der Anzündwürfel problemlos in die Schlitze.

Das Schwedenfeuer brennt

Die Schwedenfeuer und das flammo Feuer brennen. Nun war ich natürlich gespannt, wie sich die verschiedenen Kandidaten in meinem Test schlagen werden. Meinen ersten Test habe ich bewusst bei Tageslicht gemacht. Ich wollte gerne sehen, wie sich die Schwedenfeuer und das Sachsenfeuer verhalten. Dabei habe ich in Kauf genommen, dass zur Flamme (Intensität, Farbe, Volumen pp.) wenig Aussagen getroffen werden können. Hier ist Phantasie gefragt, die Vorstellung der Eindrücke bei Nacht muss man sich ausmalen…

Das flammo Feuer entwickelte sofort eine beständige volle Flamme. Das Schwedenfeuer aus dem Shop auch.

Dem flammo Feuer merkt man an, dass es sich um ein „industriell“ gefertigtes Produkt handelt. Anders als die Schwedenfeuer, scheint es dort keine Schwankungsbreiten zu geben. Das flammo Feuer brennt sourverän und beständig ab. Während bei einem Schwedenfeuer verschiedene Faktoren einen Einfluss entwickeln können (Holzart, Wuchs, Trocknungsgrad, pp.) scheint es beim flammo Feuer einen immer gleichen Standard zu geben. Das flammo Feuer hat auch keine Phase des Ausglühens oder Glimmens.

Ich habe dem flammo Feuer ein fertig gekauftes Schwedenfeuer in vergleichbarer Größe zur Seite gestellt. Auch dieses überzeugte auf ganzer Linie. Das Schwedenfeuer ließ sich leicht anzünden. Holzart und Trocknungsgrad des gekauften Schwedenfeuer scheinen zu passen, die Flamme und das Abbrandverhalten waren schön anzuschauen.

Bei den von mir selbst hergestellten Schwedenfeuern konnte ich leider nur ein eher unklares Bild gewinnen. Bei meiner kleinen Version fehlte mitunter etwas Volumen in der Flamme. Das Feuer wirkte etwas „dünn“. Mein großes Schwedenfeuer machte dagegen eine recht gute Figur. Hier fiel mir – wenig verwunderlich – die große Wärmeentwicklung positiv auf. Es ist dann doch ein Unterschied, ob man einen 30cm oder 90cm hohen Stamm anzündet.

Mein kleines schwächelte ein bisschen. Meine selbst hergestellte große Version strahlte große Hitze aus.

Insbesondere bei meinen selbst hergestellten Schwedenfeuern bin ich mit den Rahmenbedingungen im Test an die Grenzen gestoßen. Hier störten vor allem zwei Gegebenheiten: das Tageslicht und der Wind. Zur Intensität der Flamme lässt sich bei Tag einfach wenig aussagen.

Schlimmer wog jedoch, dass kurz nach dem Anzünden der Schwedenfeuer ein starker Wind aufkam. Dieser glimmte die Holzstämme unschön weg. Satte Flammen wurden verweht oder kamen gar nicht erst auf. Der Wind hatte durch die offene „Bauweise“ der Schwedenfeuer eine große Angriffsfläche und konnte massiv auf die Glut einwirken. Eine befriedigende Brenndauer wurde so nicht erreicht.

Hier sieht man, wie die Flamme vom Wind nach rechts gedrückt wird.

Der Wind knabberte permanent an den Schwedenfeuern.

Ich habe in dem Test die Erkenntnis gewonnen, dass man mit Holz – wie mit jedem Naturprodukt – Glück oder Pech haben kann. Das gekaufte kleine Schwedenfeuer funktionierte tadellos. Es bildete eine schöne Flamme und brannte wie gewünscht.

Das selbst gemachte kleine Schwedenfeuer enttäuschte etwas. Hier stimmte entweder der Trocknungsgrad nicht, oder ich habe ein ungünstiges Stück Holz erwischt. Ein kleines Stück muss man dieses Ergebnis sicherlich relativiren, weil auch der Wind eine Mitschuld an dem durchwachsenen Bild hatte.

Besser gefielt mir mein selbst hergestelltes großes Schwedenfeuer. Dieses entwickelte eine ansehnliche Flamme und eine große Wärmeentwicklung.

Bezüglich des flammo Feuers konnte ich die freudige Erkenntnis gewinnen, dass es problemlos mit einem Schwedenfeuer vergleichbarer Größe mithalten kann, bei Wind diesem durch die geschlossene Bauweise sogar überlegen ist.

Schwedenfeuer Test – Das Finale

Durch den starken Wind konnten alle Schwedenfeuer nicht an ihre eigentlichen Brenndauern heran kommen. Der Wind fachte die Glut gewaltig an, so dass die Baumstämme in weiten Teilen einfach verglühten. Lediglich das flammo Feuer zeigte sich vom Wind gänzlich unbeeindruckt. Ein Lichtblick!

Vom Wind unbeeindruckt: Das flammo Feuer. Ebenfalls eine gute Figur machte das gekaufte kleine Schwedenfeuer.

Beim kleinen selbst gemachten Schwedenfeuer hatte ich scheinbar Pech mit dem Holz. Anders die große Variante.

Nach knapp einer Stunde erlagen unsere drei Schwedenfeuer den ungünstigen Rahmenbedingungen. Nur das flammo Feuer legte noch eine halbe Stunde oben drauf. Dieses Ende ist eher nicht repräsentativ für die typsiche Abbrendauer von Schwedenfeuern. Grund genug für mich, den Test flammo Feuer versus Schwedenfeuer noch einmal bei Windstille zu wiederholen.

Das große Schwedenfeuer hielt noch ein Stückchen mit, am Ende überdauerte das flammo Feuer jedoch alle.

Wie bei einem Schwedenfeuer üblich, blieben auch in meinem Test Holzreste über. Dieser Umstand ist wenig spektakulär und eigentlich auch nicht sonderlich störend. Lediglich die abfallenden Rinde- und Aschestücke sind etwas unschön. Für mich eine neue Erfahrung war der Abbrand des Sachsenfeuers. Hier blieb rein gar nichts über und auch der Untergrund war frei von jedem Dreck. Ein schönes Ergebnis…

Beim flammo Feuer blieb ein leerer Metallkorb über. Bei kleinen gekauften Schwedenfeuer ein Holzrest.

Auch bei den selbst gemachten Schwedenfeuern blieben Holzreste übrig.

Schwedenfeuer Test – Fazit

Trotz (oder gerade wegen) des Windes, konnte ich in meinem ersten Test einige Erkenntnisse gewinnen:

  • Holz ist ein Naturprodukt. Aufgrund der qualitativen Schwankungsbreiten kann man damit Glück oder Pech haben. Im Falle des gekauften fertigen Schwedenfeuers hatte ich Glück, jedenfalls bei einem von meinen selbst hergestellten eher nicht.

  • Ein Schwedenfeuer zu kaufen ist eine gute (bequeme) Alternative.

  • Bei Wind funktionieren die Schwedenfeuer zwar, die Brenndauer wird jedoch erheblich verkürzt (in meinem Test auf knapp eine Stunde).

  • Ein größeres Schwedenfeuer macht sich vor allem in der größeren Wärmeentwicklung bemerkbar.

  • Das flammo Feuer ist im Test der Sieger, jedenfalls bezüglich des Brennverhaltens bei Wind.

In meinem zweiten Test will ich schauen, wie sich die Schwedenfeuer und das flammo Feuer bei Windstille verhalten. Diesen Test werde ich dann auch bei Dunkelheit durchführen, um einen Eindruck von den unterschiedlichen Flammen zu bekommen.

Der 2. Test – bei Windstille und Dunkelheit

Nach dem Test bei Tageslicht, war ich umso gespannter, wie sich Schwedenfeuer und flammo Feuer bei Windstille schlagen. Dunkel sollte es auch sein. Ich habe einen passenden Abend abgewartet und losgelegt:

Auf die Plätze fertig los… Schwedenfeuer und flammo Feuer stehen bereit zum Test!

Bei diesem Test stellte das Anzünden von Schwedenfeuer und flammo Feuer überhaupt kein Problem dar. Dank der Windstille brauchte es keine ruhige Ecke. Ich habe mich dazu entschieden, wie im ersten Test ein Schwedenfeuer aus dem Shop zu besorgen. Die vergleichbare Größe hatte ich ansonsten nicht zur Hand. Und wie oben festgestellt, macht es auch kaum einen Unterschied. Holz bleibt Holz bleibt Holz. Mit allen Vorteilen und Nachteilen.

Nach wenigen Minuten sind schon recht schöne Flammen zu sehen…

Wie schon bei Tageslicht vermutet, hat das flammo Feuer eine satte volle Flamme. Sehr schön anzusehen. Ebenfalls eine Augenweide: das Schwedenfeuer. Nicht ganz so intensiv wie das flammo Feuer, was jedoch vor allem dem direkten Vergleich geschuldet ist. In der Dunkelheit wurde mir wieder bewusst, warum ich eigentlich ein so großer Fan des Schwedenfeuers bin. Einfach toll anzuschauen. Dazu ein herrlich urtümliches Knacken und Knistern. So gelingt es mit dem romantischen Abend!

Überzeugen alle beide mit einer herrlichen Flamme: flammo Feuer (links) und Schwedenfeuer (rechts)

Es überraschte, dass auch dieses Mal die längere Brenndauer beim flammo Feuer lag. Bei diesem Test spielte der Wind keine Rolle. Wohl aber ein offensichtlich sehr trockenes Holz. Das ist zwar wunderbar leicht zu entzünden und hat eine schöne Flamme, gibt am Ende aber einfach schneller auf. Auch dieses Mal kam ich auf etwa eine Stunde Brenndauer beim Schwedenfeuer. Mit dieser Lotterie (mal brennen sie länger, mal kürzer) muss man sich beim Material Holz wohl abfinden.

Schwedenfeuer Test – es bleibt dabei

Auch bei Windstille und Dunkelheit bleibt es dabei: meinem ersten Fazit ist kaum etwas hinzuzufügen. Vielleicht noch die Erkenntnis, dass sowohl flammo Feuer als auch Schwedenfeuer ein phantastisches Licht und eine tolle Stimmung verbreiten.

Während das flammo Feuer die etwas vollere Flamme aufweist und länger und rückstandslos verbrennt, bekommt man beim Schwedenfeuer etwas mehr Natur und das Knacken und Knistern des Holzes. Beide haben ihre Vorteile und Nachteile. Falsch machen kann man hingegen nichts, zwei Empfehlungen!